Egal

Thema: Ein Appell zu mehr Toleranz:
Die Zürcher Rapperin Nanalee Vãonger trifft dafür den richtigen Ton

Das Leben ist kein Ponyhof. Leider nicht, nein. Friede, Freude, Eierkuchen und gemeinsam Eier suchen ist scheinbar nicht möglich. Noch immer haben das Aussehen und die Hautfarbe eines Menschen starken Einfluss darauf, wie man mit ihm umgeht.
Immer wieder geraten auch in unserer angeblich so gut funktionierenden Gesellschaft Werte wie Toleranz, Akzeptanz und Menschlichkeit in Vergessenheit. Schlimmer noch: Man will gar nicht darüber reden.
Der Dreiklang Verstehen - Tolerieren - Respektieren soll über den Kanal Musik all diejenigen erreichen, die dem Schweizer Mundartrap zugetan sind.
Der Startschuss zu diesem Projekt ist zugleich auch das erste «Lebenszeichen» der Zürcher Rapperin Nanalee Vãonger.
«Mär mus meh Liäbi zeigä für änand, wills eifach bessär gaht, Hand in Hand, mitänand», rappt sie warmherzig, erfrischend flink und erstaunlich locker auf der Single «Egal», und Walter Esposito fügt im Refrain mit viel Soul hinzu: «Egal, ob wiess oder schwarz, häsch än fremdä Touch, das tuät alläs nüt zur Sach.»
Ihre speziell gefärbte Stimme regt sofort zum Zuhören an. In fliessenden Reimen, manchmal fast flüsternd gesprochen, dann in die gesungene Bridge wechselnd, geht sie das Thema in breitem Züritdüütsch an. Nie verkrampft sie sich, immer schildert sie vernünftig und packend aus ihrer Perspektive. «Wänns dir äso gaht und du gspürsch, was i schribä, dänn los mir zuä, ich han na wiitäri Zielä», rappt sie zwischendurch, und man ist wahrlich nicht gewillt, sie oder den simpel belassenen, aber extrem ausgefeilten rockig-perkussiven Groove aufzuhalten.
Die 32jährige Annina Wenger alias Nanalee Vãonger hat etwas zu sagen zu diesem Thema. Auch wenn sie als Frau mit brasilianischen Wurzeln und dunklem Teint selber nie wirklich schlechte Erfahrungen gemacht hat. «Bei mir hat der Rassismus keine Narben hinterlassen.»
Den Text zu «Egal» hat sie in einem Tag heruntergeschrieben. Ganz locker schüttelt sie die Reime aus dem Ärmel, setzt die Worte auf den Takt, flicht geschickt Zitate ein («Mier sind da nöd in New York!» oder «Get down, get down! Give soul to the brother»). Allerdings wurde aus Annina Wenger nicht erst gestern Nanalee Vãonger (sprich Nanali Wohschee). ««Den Namen habe ich sicher schon zehn Jahre oder länger. Das ist eigentlich völlig mad, aber ich hatte immer schon das Gefühl, ich müsste einen Künstlernamen habe»

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CHF. 6.00

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