Tätigkeitsbericht

Tätigkeitsbericht für das Jahr 2005 der Stiftung für Erziehung zur Toleranz


Theaterwettbewerb

Der gross angelegte Theaterwettbewerb «MutProben» war das Hauptereignis und die Hauptbeschäftigung der SET im vergangenen Jahr. Die Stiftung wollte damit Jugendliche für Erscheinungen wie Diskriminierung und Ausgrenzung sensibilisieren und damit Rassismus und Antisemitismus bekämpfen.
Die SET stellte 3 Anspielszenen auf Video oder DVD zur Verfügung, je eine für Unter-. Mittel- und Oberstufe, welche jeweils in der Eskalation des Problems aufhörten. Somit waren die Schüler und Schülerinnen eingeladen, eine szenische Antwort auf das aufgeworfene Problem von Gewalt, Rassismus oder Antisemitismus zu geben.
Auf den entsprechenden Prospektversand und dank professioneller PR-Arbeit von Stefan Pfäffli entschlossen sich 63 Klassen oder Gruppen aus allen deutschsprechenden Kantonen für die Teilnahme. Mit Jury-Präsident Heinz Gubler und seinem Team von Theaterpädagogen, zusammen mit Vertretern der Sponsoren und der SET, wurden alle Aufführungen visioniert. Es wurden erfreulich gute Leistungen präsentiert!

Der Preis für die 12 besten Gruppen war ein Wochenende in Zürich. Sie durften in der Roten Fabrik ihr «Werk» vor einem öffentlichen Publikum vorführen. Die übrigen Teilnehmer erhielten je ein Diplom.

Alle ca. 1'400 aktiv teilnehmenden Schüler erhielten eine Single CD von der Jung-Rapperin Nanalee. Die CD «Egal», die sie extra für die Anliegen der SET getextet hatte, soll alle Teilnehmer an dieses Ereignis und seine Botschaft erinnern.
Dem Projektleiter Dr. Hans Wehrli gebührt Lob und Dank für seine gute Organisation des ganzen Projektes, ebenso auch allen, die dieses Projekt finanziell unterstützten.

Schweizer Mundart Rap ? Toleranz durch Rap in der Schule

Die Vorarbeiten für dieses neue Projekt beschäftigten Projektleiter Sigi Fabrikant und sein Team das ganze Jahr und gipfelten in einem Start-Anlass an der Oberstufenschule Horgen unter der Leitung der beiden Lehrer Urs Keller und Reto Schweizer. Die Vorstellung der Schülerinnen und Schüler fand auch ein sehr erfreuliches Echo in der Presse. Das Ziel dieser Arbeit ist wie folgt definiert: Jugendliche setzen sich mit der Gewalt auseinander, die für sie persönlich eine Rolle spielt und mit der sie direkt konfrontiert sind, und geben ihren Gedanken Ausdruck in Form eines Raps. Auf zwei Schienen wird gearbeitet, einerseits das Kennenlernen der Hip-Hop-Kultur, andererseits die Arbeit mit Texten und Reimen. Dank viel Freiwilligenarbeit und zwei grosszügigen Unterstützungsbeiträgen konnte die SET das Projekt weiter ausbauen. Das Projekt läuft 06 weiter. Es ist ein Lehrmittel im Aufbau, das 2006 in den deutschsprachigen Schulen zum Einsatz kommen soll.

Racisme(s) et Citoyenneté

Nach 4jähriger Zusammenarbeit mit der «Haute école des études sociales» in Genf wurde der Ordner «racisme(s) et citoyenneté» fertig gestellt, der eine Weiterentwicklung des von der SET erarbeiteten «Medienpakets Rassismus» für die Romandie darstellt. An der öffentlichen Lancierung des Werkes im Herbst in Genf war die SET als Mitherausgeberin vertreten. Das Werk wurde durch eine wesentliche Unterstützung des Fonds für Menschenrechte des EDI und weiterer Sponsoren ermöglicht.


Polenreisen

Auch dieses Jahr konnte die SET zusammen mit der «B'nai B'rith Loge AKL» in Zürich 4 Klassen für ein Projekt «Reisen nach Auschwitz» Beiträge zukommen lassen. Als Gegenleistung müssen die Schüler und Schülerinnen einen Erlebnisbericht liefern, mit dem sie ihre Eindrücke vertiefen und reflektieren sollen.
Im Zusammenhang mit dem Beitritt der Schweiz in die «Intl. taskforce on cooperation for Holocaust teaching, research and remembrance» ITF hat die SET einen Sitz in der schweizerischen Begleitgruppe erhalten. Sie wird sich für die Umsetzung der Bemühungen der EDK einsetzen, um den Holocaust in Schulen zu thematisieren und dessen jährlich am 27. Januar zu gedenken. So konnte sich die SET an einer zu diesem Zweck von der EDK organisierten Lehrertagung im Dezember in Bern mit ihrem Programm vorstellen.

Schulhaus Zertifizierung

Eine Arbeitsgruppe hat ein entsprechendes Konzept erarbeitet, das die SET anlässlich einer Tagung 2006 vorstellen und einführen möchte. Partner, die das Projekt finanziell unterstützen, werden noch gesucht.

Verlust eines Stiftungsratsmitgliedes

Leider mussten wir in Jahr 2005 den Hinschied unseres Mitglieds Ruedi Gysi beklagen. Er verstarb unerwartet. Wir werden ihn in gebührender Erinnerung behalten.

Abschliessende Bemerkungen

In diesem ersten Jahr ohne unseren Gründer und langjährigen Präsidenten,
Dr. Dr. hc. Sigi Feigel, haben wir gute und erfolgreiche Arbeit geleistet. Wir werden mehr und mehr in der Öffentlichkeit und in den Schulen wahrgenommen, genau da, wo wir einen wesentlichen Beitrag gegen Diskriminierung und für ein besseres Zusammenleben leisten wollen. Da alle unsere Mitglieder ehrenamtlich mitarbeiten und wir grosszügig von der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA) unterstützt werden, ist uns dies möglich. Ganz herzlichen Dank dafür.

Zürich, im Februar 2006
Erika Gideon, Präsidentin (SET)

Es unterstützen die SET:

Stiftung gegen Rassisimus und Antisemitismus (GRA)

Nonro AG

Rotary Stiftung Zürich

Edith Goldberger

Dres. Madeleine und Albert Erlanger

Ruth Werfel

.Pulse Web-Agentur AG

business campaigning Switzerland GmbH

SET Spendenkonto:
ZKB       80-151-4
Kt.1132-0188.549
IBAN
CH85 0070 0113 2001 8854 9