Tätigkeitsbericht 2006

Tätigkeitsbericht für das Jahr 2006 der Stiftung für Erziehung zur Toleranz

Das Jahr 2006 war geprägt durch die intensive Arbeit der Geschäftsführung, den Projektleitern und der Stiftungsräte. Die anstehenden Umwälzungen im Bildungswesen mit Harmos, das Aufflammen von Gewalteruptionen und Forderungen der Politik nach Präventionsmassnahmen haben ihren Niederschlag in den Gremien der SET gefunden. Mit Genugtuung konnten wir die Leistungsfähigkeit unserer Organisation feststellen.
Die SET startete am 14. Januar 2006 das Jahr mit dem traditionellen Jahresessen mit allen Stiftungsräten und ihren Partnern. Es ist dies einerseits eine gute Gelegenheit für einen freundschaftlichen Gedankenaustausch, andererseits gilt diese Einladung der Stiftung als Dankeschön für die jahrelange Treue und unentgeltliche Mitarbeit.

Schulpreis

Eigentlich gehörte die SET Schulpreisverleihung ins Jahr 2005. Da er aber dem Gedenken an den 60. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager Auschwitz/Birkenau galt, wurde er auf den 26. Januar 2006 verschoben. Die SET konnte 3 Holocaust-Überlebende Edith Goldberger, Gabor Hirsch und Leon Reich ehren, die verschiedentlich in Schulen Zeugnis ablegten ? und auch weiterhin ablegen werden. Sie vermitteln einen nachhaltigen Eindruck, wenn sie von ihren grauenvollen Erlebnissen als Zeitzeugen erzählen. Dies ist überzeugender Geschichtsunterricht und wird den jugendlichen Zuhörern für ihre Zukunft als mahnendes Beispiel in Erinnerung bleiben.

3. Nationaler Kongress der SET - Verleihung des 1. SET-Qualitätslabel für Toleranz

Intensiv wurde in der Arbeitsgruppe an diesen Vorbereitungen gearbeitet. Der für 2006 angedachte Kongress musste aus verschiedenen Gründen auf den 30. Mai 2007 verschoben werden. Glücklicherweise verlief die Mittelbeschaffung erfolgreich und zugleich konnten Einsparungen erzielt werden. Anstehende Fragen wurden gelöst.
An diesem 3. SET Kongress, der unter dem Titel steht «Toleranz lernen ? Toleranz sichern», wird Prof. Micha Brumlik (Universität Frankfurt) ein Grundsatzreferat zum Thema «Toleranz heute: Vom Ertragen zum Anerkennen» halten. Darnach stehen dem angesprochenen Zielpublikum von Pädagogen, Jugendarbeitern und  Mitarbeitenden im Sozialbereich elf praxisbezogene Workshops zur Auswahl.
Frau Bundesrätin Doris Leuthard wird im Anschluss die Verleihung des ersten «Set-Qualitätslabel für Toleranz» vornehmen und unterstreicht damit die Wichtigkeit dieser Thematik.

Schweizer Mundart-Rap

Dieses weitere grosse SET Projekt kann erfreulicherweise in Zusammenarbeit mit dem Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband erarbeitet werden. Die aufwändigen Vorarbeiten sind soweit vorangetrieben, dass im 1. Quartal 2007 das Lehrmittel «RESPECT! Rap für Toleranz in der Schule» herausgegeben werden kann. Es soll zugleich ein Lehrmittel und ein Handbuch für Unterrichtende sein. Es enthält auch zusätzliche Arbeitsvorlagen für Lernende auf 2 CD?s. Damit erhält die  Lehrerschaft einen neuen Zugang zum Angehen der aktuellen Herausforderungen, wie Gewaltbereitschaft, Ausgrenzung, Mobbing, Rassismus unter Jugendlichen. Gleichzeitig wird mit diesem Datum der «Deutschschweizer Rap-Wettbewerb» mit der Forderung:
Säg?s luut!
für Toleranz und Respekt gestartet werden. Wir hoffen, dass Schulen, Jugendorganisationen oder freie Jugendgruppen sich mit Hilfe des neuen Lehrmittels den genannten Themen annehmen. An einem lokalen Event können sie ihre Rap-Songs präsentieren. Eine Jurygruppe der Trägerorganisationen wird die besten Produktionen für eine zentrale Schlussveranstaltung im Frühjahr 2008 auswählen. Es ist geplant, eine CD davon herzustellen.

«Zusammen leben» Heft 4 - Ich mische mich ein

Aus verschiedenen Gründen wurde das Erscheinen des 4. Themen-Heftes auf das Jahr 2007 verschoben. Es wird auch wieder in deutscher und französischer Sprache erscheinen.

Unterstützung der SET

Alle diese Projekte könnte die SET ohne grosszügige Unterstützung von
Sponsoren nicht durchführen, denen wir unseren herzlichen und aufrichtigen Dank aussprechen.

Studienreisen

Wiederum konnten wir zusammen mit der GRA und der Zürcher Augustin Keller Loge «des B'nei B'rith» 3 Projektwochen von Gymnasialklassen nach Krakau-Auschwitz/ Birkenau finanziell unterstützen. Dafür liefern sie der SET einen Erlebnisbericht. Diese teilweise berührenden und aussagekräftigen Reise-berichte bestätigen uns, dass durch das «Erleben» von Geschichte, der Shoa insbesondere, der Jugend nachhaltige Eindrücke vermittelt werden können. Der Lehrerschaft, die sich engagiert, diese schwierigen Themen mit ihren Klassen vertieft zu behandeln, gebührt unser Dank und Anerkennung.

Absprache zwischen GRA und SET

Nach dem Ableben des gemeinsamen Gründers und Vordenkers Dr. Dr. h.c. Sigi Feigel, haben sich beide Stiftungen weiterentwickelt, ohne jedoch ihre Zielsetzungen zu verändern. An intensiven gemeinsamen Gesprächen wurde beschlossen, dass die enge Verbindung gelockert wird. Dies erlaubt beiden Stiftungen, selbstständig ihre eigenen Strategien zu entwickeln, wobei die historische und in den Stiftungsurkunden festgehaltene «Verwandtschaft» bestehen bleibt.
In diesem Sinne schaut die SET guten Mutes in die Zukunft und wird weiterhin bei den aktuellen und oft «brennenden» Probleme die Lehrerschaft unterstützen zu können. Wir werden auch im  nächsten Jahr aktiv an einer hoffnungsvollen Zukunft unserer Schweiz arbeiten.

Zürich im Februar 2007
Erika Gideon, Präsidentin (SET)

Es unterstützen die SET:

Stiftung gegen Rassisimus und Antisemitismus (GRA)

Nonro AG

Rotary Stiftung Zürich

Edith Goldberger

Dres. Madeleine und Albert Erlanger

Ruth Werfel

.Pulse Web-Agentur AG

business campaigning Switzerland GmbH

SET Spendenkonto:
ZKB       80-151-4
Kt.1132-0188.549
IBAN
CH85 0070 0113 2001 8854 9